Entwertungssystem geändert / Bärnighausen sieht insgesamt maßvolle Preissteigerung

Seit 1. August ist die bisherige Umweltpunktekarte des Regio Verkehrsverbundes Lörrach (RVL) durch eine neue "Punktecard" abgelöst worden. Statt der drei durch Abreißfalze verbundenen Streifenbögen mit zusammen 60 Punkten gibt es nun nur noch einen 20-Punkte-Bogen. Manche Benutzer dieses für Gelegenheitskunden attraktiven Angebots - es ist billiger und einfacher als die immer extra zu lösenden Einzelfahrscheine - hat dieser Wechsel verschnupft.

 

Die alte Karte kostete zwanzig Euro, das machte pro Streifen 33,3 Cent, bei der neuen hingegen für neun Euro kommt ein Streifen auf 45 Cent. Das "riecht" förmlich nach einer saftigen Preissteigerung um mehr als ein Drittel. Doch ist dies - bis auf eine einzige Ausnahme - falsch, wie RVL-Geschäftsführer Frank Bärnighausen versichert. Denn für die neue Karte müssen pro Fahrt weniger Streifen entstempelt werden als mit der alten. Bei Erwachsenen ist dies in Fahrten über eine oder zwei Tarifzonen je ein Punkt weniger als bisher, in Fahrten über drei, vier oder mehr Tarifzonen sind es je zwei Punkte weniger. Die Preissteigerungsspanne reicht somit von unter zwei bis maximal 15 Cent, bei einer Drei-Zonen-Fahrt ermäßigt sich der Preis sogar um acht Cent. Bei Kindern muss ein Streifen weniger als bisher entwertet werden, was Steigerungen um unter zwei bis 15 Cent (bei einer Fahrt durch mindestens fünf Zonen) bedeutet. Eine Zweizonenfahrt, wie etwa von Lörrach nach Weil oder Schopfheim, wird sogar 10 Cent billiger. Nur bei der Einzonenfahrt gibt es, weil hier weiter zwei Streifenpunkte zu entwerten sind, für Kinder einen Preissprung von 66,7 auf 90 Cent.

 

Bärnighausen hält die neue Preisgestaltung für vertretbar, zumal der Kaufpreis als "Einstiegsschwelle" nun deutlich niedriger liegt und sich die Karte auch für Fahrgäste lohnt, die nur alle paar Monate einmal Bus oder Bahn benutzen.

Preissprung für Kinder bei Einzonenfahrt

Die alten, bis Ende Juli verkauften Punktekarten gelten noch ab Kaufdatum jeweils ein Jahr. Darum sind an den Entwerterautomaten in der Regel noch zwei Tabellen angebracht, die für die neue wie für die alte Punktekarte jeweils die zu entwertende Streifenzahl anzeigen. Auch Busfahrer müssen nach wie vor die alte Karte anerkennen, betont Bärnighausen. Sollte es da mal Probleme geben, könnten sich Fahrgäste umgehend an die RVL wenden und zwar unter Telefon 07621/415-460.