Kunden nutzen verstärkt Zeitkarten/ Einnahmen stagnieren

Keine nennenswerten Zuwächse hat der Verkehrsverbund Lörrach RVL im Jahr 2000 im Personenverkehr erlebt. Die erzielte Einnahmesteigerung von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr 1999 geht vor allem auf eine Tariferhöhung zum 1. April 2000 zurück. Gestiegen ist der Anteil der Zeitkarten am Gesamtumsatz von 61 auf 65 Prozent.

 

Demgegenüber gab es bei der Umweltpunktekarte und bei den Einzelfahrscheinen Rückgänge von jeweils rund sechs Prozent. Das deutet darauf hin, dass die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr im Landkreis doch zugenommen hat, nach Schätzungen der RVL um mindestens 2,8 Prozent. Denn Zeitkarten werden von regelmäßigen Fahrgästen benutzt, die damit günstiger wegkommen als wenn sie die Punktekarte oder Einzelfahrscheine benutzen. Da Zeit- und Tageskarten zudem häufigübertragbar sind und das Angebot an Mitnahmemöglichkeiten und besonderen Gültigkeiten erweitert wurde ist damit zu rechnen, dass die mit den Zeitkarten getätigten Fahrten zugelegt haben. Die Zahl der Monatskarten ist um 4,9 Prozent auf 56 549 gestiegen. Allerdings geht der Anstieg vor allem auf das Konto des nicht übertragbaren Jobtickets, das seit seiner Einführung im September 1996 Monat für Monat mehr Kunden fand. RVL-Geschäftsführer Frank Bärnighausen rechnet spätestens zum Monat Dezember mit dem tausendsten Jobticket-Besitzer, der dann sein für zwölf Monate gültiges Ticket als Jubiläumskunde sogar umsonst bekommen soll.

 

Eine weitere Marketingaktivität, die mit dafür sorgen wird, dass im laufenden Jahr die Schallgrenze von 60 000 in Verkehr gebrachten Monatskarten - einschließlich Jobtickets und Jahreskarten - erreicht werden könnte, ist die Führerscheinaktion des Kreises. Senioren, die ihren Führerschein abgeben, bekommen eine - wie das Jobticket nicht übertragbare - Jahresnetzkarte geschenkt. Von diesem seit April bestehenden Angebot machten bisher 85 Bürger Gebrauch. Ebenfalls seit April bietet die Naturenergie ihren Kunden einen Zuschuss von acht Mark pro Monat zum RVL-Jobticket an; 150 Kunden, davon ein Drittel neue besitzer, nehmen dieses Angebot schon wahr.

 

Zum eigentlichen Renner entwickelte sich im letzten Jahr die Tageskarte, vor allem weil seit April 2000 eine günstige "kleine" Tageskarte für drei Tarifzonen angeboten wird. Gegenüber 1999 verfünffachten sich die Verkaufszahlen auf über 13 000 Tageskarten.

 

Einen erneuten kräftigen Anstieg um über 2000 auf 13 424 verkaufte Karten gab es bei der auch in Basel und - in ihrer teureren Version - in der Nordwestschweiz geltenden RegioCard Plus. Auch die KombiCard für Fahrten in benachbarte Tarifzonen im Breisgau oder im Kreis Waldshut legte um 15 Prozent auf über 12 000 Einheiten zu. Und bei der Schüler RegioCard wurden erstmals mehr als 100 000 Tickets abgesetzt, ein Zuwachs von vier Prozent.