RVL passt die Tarife an und führt attraktive Neuerungen ein
Für jeden Fahrtzweck das passende Angebot: Der RVL (Regio Verkehrsverbund Lörrach) bietet für jeden Fahrgast - vom Schüler über den Berufspendler bis hin zum Gelegenheitsfahrer - den passenden Fahrschein. Sinkende Zuschüsse zwingen den Verbund, die Preise zum 1. August anzuheben. Von Birgit-Cathrin Maier
Tarifanpassung zum 1.8.2004
Seit 1995 besteht der Verkehrsverbund im Landkreis und bietet auf der Grundlage eines Flächenzonentarifs einheitliche Fahrscheine zu attraktiven Preisen, die in allen Verkehrsmitteln und bei allen Verkehrsunternehmen gelten. Nachdem die Fahrpreise im RVL über zwei Jahre hinweg konstant blieben, kommt man um eine Erhöhung der Fahrpreise nicht herum, erklärt RVL-Geschäftsführer Frank Bärnighausen. Konkret bedeutet das eine Erhöhung zwischen vier und fünf Prozent auf alle Fahrscheinarten. Die neuen Preise werden zum 1. August 2004 gültig. Hintergrund ist neben der allgemeinen Kostensteigerung eine massive Kürzung bei der Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs. Denn Bund, Land und Landkreis fahren angesichts der knappen Kassen einen härteren Kurs bei den Fördermitteln. Auch die gesetzlich verankerten Ausgleichszahlungen für den Schüler- und Ausbildungsverkehr werden kräftig reduziert: so sollen bis 2006 zwölf Prozent der Zuschüsse für Schüler- und Azubikarten vom Bund wegfallen. Gleichzeitig kürzt das Land die Verbundförderung. Der Kreistag beschloss ebenfalls eine Reduzierung der Tarifzuschüsse. Hier wurde eine Zuschusspauschale vereinbart, die allerdings auf politischen Druck des Kreistages hin nochmals reduziert wurde. Dies alles sind Kürzungen, so Bärnighausen, die nur durch eine Preiserhöhung oder aber durch eine Reduzierung des Fahrtenangebots aufgefangen werden können.
Vorerst wollen die Verkehrsunternehmen auf die zweite Möglichkeit verzichten und die Kürzungen über Tariferhöhungen auffangen. "Aber in einem marktverträglichen Rahmen, damit keine Fahrgastrückgänge entstehen", sagt der RVL-Geschäftsführer, der betont, dass dies keine RVL-spezifische Angelegenheit ist, da alle Verkehrsverbünde ihre Tarife erhöhen müssen.
PunkteCard und Card24
Gleichzeitig werden zum 1. August 2004 Neuerungen eingeführt. Die etwas in die Jahre gekommene Punktekarte präsentiert sich neu als PunkteCard. Die bisherige Entwertungssystematik wird geändert: für eine Fahrt in einer Zone sind bei Erwachsenen künftig drei Punkte (bislang vier Punkte) zu entwerten, für jede weitere Zone einfach ein Punkt mehr. Künftig wird die PunkteCard mit nur noch einem Streifen von 20 Punkten zu 9 Euro erhältlich sein. "Damit erreichen wir einen viel günstigeren Einstiegspreis in das PunkteCard-System", erklärt Bärnighausen. Eine Rabattierung von bis zu 30 Prozent gegenüber dem Einzelfahrschein ist ebenfalls gegeben. Neu ist, dass die PunkteCard auch an allen Bahnhaltepunkten an den Fahrscheinautomaten erhältlich ist. Wer noch im Besitz einer alten Punktekarte ist, braucht diese nicht wegzuwerfen: Die bisherige Punktekarte kann noch maximal ein Jahr lang nach alten Entwertungsrichtlinien verwendet werden. Die bisherige Tageskarte wird neu in die TeamCard24 oder SoloCard24 umgewandelt. Mit der TeamCard24 können neu bis zu fünf Personen 24 Stunden lang die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, für eine Einzelperson bietet sich die SoloCard24 an. Wer sich gerne über das umfassende Fahrscheinangebot des RVL informieren möchte, findet auf der Homepage unter www.rvl-online.de alle nötigen Informationen.
