Neue Tarife und Angebote im Regio Verkehrsverbund Lörrach

Der Mittelwert sagt nicht alles: Um 4,5 Prozent sind die Tarife des Regio Verkehrsverbundes Lörrach (RVL) zum 1. August im Durchschnitt angehoben worden. Doch die Tücke liegt im Detail: Wer beispielsweise die PunkteCard, wie die Punktekarte jetzt heißt, für Bus und Bahn nutzt, zahlt im Einzelfall fast ein Drittel mehr oder weniger als bisher.

 

Die höheren Preise seien notwendig, um die gestiegenen Kosten im Verkehr und die Vergaben des Landes zum Abbau der Harmonisierungsverluste des Verbundes nachzukommen, begründete der RVL die Entscheidung vom März. Zudem habe die Bundesregierung im Dezember 2003 Maßnahmen verabschiedet, die für die Verkehrsunternehmen eine massive Reduzierung des bisherigen Ausgleichs für die Abgabe ermäßigter Schülerkarten bedeuten. Schließlich greife die neue Förderkonzeption des Landes, die Verbundzuschüsse schrittweise reduziert. Und auch der Kreis Lörrach habe seine Tarifzuschüsse nochmals reduziert. Um diese geballten Zuschusskürzungen aufzufangen, sei die Tarifanpassung nun höher ausgefallen als ursprünglich vorgesehen. Letztmals waren die Preise im Juni 2002 erhöht worden.

 

Einzelfahrscheine kosten nun in allen fünf Preisstufen für Erwachsene jeweils 10 Cent, für Kinder jeweils 5 Cent mehr. Eine Zone kostet also neu 1,90 Euro (Erwachsene) und 90 Cent (Kinder). Diese Erhöhung gilt auch in den Stadtverkehren Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen und Schopfheim, für die eine Sonderregelung besteht. Die bisherige Tageskarte für eine Person, die RegioCard24, heißt neu SoloCard24. Bis zu vier Kinder können mitfahren. Die RegioCard24 Familie wurde in die TeamCard24 umgewandelt, mit der neu bis zu fünf Personen (auch fünf Erwachsene) gemeinsam 24 Stunden lang die öffentlichen Verkehrsmittel im RVL nutzen können. Beide sind jeweils 50 Cent teurer als bisher.

 

Der Preis für die Monatsfahrkarte RegioCard wurde um 2 Euro (Erwachsene) und 1,50 Euro (Schüler) angehoben. Analog wurden die Preise von JobCard und Jahreskarte erhöht; die KombiCard mit den Nachbarverbünden Freiburg und Waldshut kostet 1 Euro mehr.

 

Erhebliche Unterschiede bei der neuen PunkteCard

Die PunkteCard gibt es nur noch mit einem Streifen von 20 Punkten für 9 Euro. Statt der bisher 20 Euro kosten 60 Punkte nun 27 Euro, was auf den ersten Blick wie eine massive Verteuerung aussieht. Allerdings braucht der erwachsene Nutzer für eine Fahrt in einer Zone nur noch drei Punkte; bislang waren's vier. Das kostet ihn 1,35 Euro statt bisher 1,33. In anderen Fällen sind die Preisunterschiede aber mitunter beträchtlich: Kinder müssen für eine Zone zwei Punkte entwerten, was 90 Cent kostet und einen Aufschlag von fast 30 Prozent gegenüber bisher 70 Cent bedeutet. Bei zwei Zonen zahlen Erwachsene 1,80 (bisher 1,66), Kinder 90 Cent (bisher 1 Euro). Günstiger als bisher fahren Kinder mit der PunkteCard auch im Stadtverkehr Rheinfelden, Schopfheim und Grenzach-Wyhlen: Bisher kostete das 66 Cent, jetzt nur noch 45 Cent. Der Grund für diese Unterschiede liegt im System. Dessen Grundlage ist der Preis für Erwachsene: drei Punkte für eine Zone, für jede weitere Zone ein Punkt mehr. Eine Halbierung des Preises für Kinder ist nicht immer möglich. "Halbe Punkte gibt es eben nicht", erläutert RVL-Geschäftsführer Frank Bärnighausen. Daher brauchen Kinder für eine und zwei Zonen jeweils zwei Punkte, für drei und vier Zonen jeweils drei Punkte. Gegenüber dem Einzelfahrschein fährt man mit der PunkteCard nach wie vor günstiger, bis zu 30 Prozent. Alte Punktekarten sind weiter gültig und können maximal ein Jahr ab Kauf nach den alten Richtlinien benutzt werden.