Präventionsprojekt "Faires Fahrn in Bus und Bahn" (FFiBB) will Schüler in Ordnungssystem einbinden

Mit dem Präventionsprojekt "Faires Fahrn in Bus und Bahn" (FFiBB) soll die steigende Zahl an Gewalthandlungen auf dem Schulweg bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Kreis Lörrach eingedämmt werden. Dabei sollen sich interessierte Schüler zu "Fahrbegleitern" ausbilden lassen. Die wesentlichen Inhalte der Ausbildung liegen bei der Stärkung der Sozialkompetenz und der Zivilcourage.

 

Die Konzeption wurde von Verantwortlichen für Verkehrs- und Kriminalprävention von Polizei, Bundesgrenzschutz, der Stadt Lörrach, dem Landratsamt sowie der im Landkreis vertretenen Verkehrsbetriebe bereits auf den Weg gebracht. Seit Anfang dieses Jahres wurde eine Projektgruppe zum Thema Schulwegsicherung gebildet, die den Projektgedanken in die Machbarkeit rückte.

 

Die Verantwortlichen erhoffen sich dabei, dass die Konflikthandhabung zu einer Verbesserung des allgemeinen Sozialverhaltens unter den Jugendlichen führt. Dass es zu Ausgrenzungen innerhalb der Schulgruppierungen kommt, glauben die Verantwortlichen nicht.

 

Dass der Schulweg für Schülerinnen und Schüler zum Martyrium werden kann, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Gewaltakte wie Nötigung, Körperverletzung, Erpressung, Diebstahl und Sachbeschädigungen sind an der Tagesordung. Alleine im Landkreis Lörrach werden täglich rund 30.000 Schüler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Bus oder Bahn befördert. Dabei habe die Zahl der Gewaltdelikte zum und vom Schulweg markant zugenommen, berichtete der Leiter der Polizeidirektion Lörrach, Lothar Magg, und verwies auf den massiven Anstieg von so genannten Jungtätern. "Wir wollen mit unserem Präventivprojekt natürlich nicht Angst und Schrecken verbreiten, sondern vielmehr versuchen, die Jugend ein Stück in die Eigenverantwortung zu nehmen", betonte der Polizeichef.

 

Im Rahmen einer Befragungsaktion zum Thema "Gewalt und Kriminalität unter Kindern und Jugendlichen" vor zwei Jahren wurden 2000 Schülerinnen und Schüler befragt. Das Ergebnis stimmte nachdenklich. Rund 20 Prozent gaben an, dass der Tatort für eine Reihe von Straftaten und Ordnugsstörungen im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs und auf dem Schulweg liegt.

 

Nachdem sich Vertreter verschiedener Behörden seit mehreren Monaten in unterschiedlichen Arbeitsgruppen auf kommunaler Ebene mit den neuesten Kenntnissen beschäftigt haben, wurde die Projektgruppe zur Schulwegsicherheit gebildet. Die Polizei und ihre Parnter sind sich sicher, dass das Projekt "FFiBB" von Erfolg gekrönt sein wird.

 

Thomas Lehmann von der Grenzinspektion machte deutlich, dass die Bekämpfung der Jugend- und Gewaltkriminalität ein Anliegen aller sein müsse. Die Polizeibehörden stünden dabei nur am Ende einer Kette. Nicht zuletzt würden auch Eltern und mit ihnen die gesamte Gesellschaft Verantwortung tragen. Das Projekt wird jetzt an mehreren Schulen im Kreis vorgestellt, wo sich dann die freiwilligen Schüler der achten und neunten Klasse zur Ausbildung zum Fahrbegleiter melden können. "Wir wollen keine Hilfssheriffs heranziehen, sondern verantwortungsbewusste Jugendliche, die versuchen die auftretenden Konflikte zu lösen", erklärte Dieter Troppmann von der Polizeidirektion Lörrach. Vor allem sollen Jugendliche, aber auch Erwachsene Bürger aus ihrer an den Tag gelegten Lethargie wachgerüttelt werden.

 

Alle ausgebildeten Fahrzeugbegleiter erhalten einen Ausweis. Eng in das Projekt eingebunden sind freilich die Schulen, die beratend zur Seite stehen. Erste Reaktionen haben gezeigt, dass das Projekt bei den Schülern auf Interesse stößt. Interesse weckte es auch bei der SWEG, dem Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL) sowie bei der Deutschen Bahn. Man sehe darin einen wichtigen Baustein der Verkehrserziehung und der ordnungsgemäßen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, sagte RVL-Geschäftsführer Frank Bärnighausen.