"In die Stadt ohne mein Auto"

"In die Stadt ohne mein Auto" hieß das Motto eines europaweiten Aktionstages. Die Stadt Lörrach und der Regio-Verkehrsverbund Lörrach (RVL) versuchten gestern mit umfassenden Informationen Autofahrer dauerhaft für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu gewinnen.

 

Morgens um 6.30 Uhr ging es an der Grenze los. Obwohl europaweit der Aktionstag ausgerufen wurde, stauten sich wie immer die Fahrzeuge an dem Nadelöhr zwischen Basel und Lörrach. Doch gestern überreichten städtische Azubis den freudig überraschten Autofahrern ein Infopaket über Tarife und Verbindungen des RVL. Dazu gehörte eine Frühstückstüte mit einer Brezel. Die Aktion sei bei den Autofahrern sehr gut angekommen, sagte Frank Bärnighausen, Geschäftsführer des RVL der BZ.

 

Dasselbe Paket erhielten auch die Mitarbeiter von Kraft Foods beim morgendlichen Schichtwechsel. Die Firmen Gaba und KBC legten die Infomaterialien aus. "Die Firmen liegen alle zentral und sind gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmittel", sagte Bärnighausen. Die Aktion richte sich speziell an Pendler. Wenn sie zum Umsteigen bewegt würden, wäre nachhaltig etwas gewonnen, so Bärnighausen.

 

An zwei modernen Niederflurbussen auf dem Alten Marktplatz konnte sich jedermann überzeugen, dass der Einstieg auch für ältere Leute und Behinderte leicht zu bewältigen ist. Neben ausführlichen Informationen über Tarife und Verbindungen, gab es an Infoständen auch Broschüren zu der JobCart und dem Angebot der "fantastischen Fünf", bei der die Inhaber einer Schülermonatskarte auch in der Freizeit und in den Ferien die Nahverkehrsmittel der umliegenden Verkehrsverbünde bis Offenburg nutzen können.

 

Auch über "Faires Fahren in Bus und Bahn" informierte der RVL. Es handelt sich dabei um ein Präventionsprojekt des Landkreises, an dem bisher sechs Schulen teilgenommen haben: in Lörrach die Gymnasien, die Theodor-Heuss-Realschule und die Freie Evangelische Schule. Insgesamt wurden etwa 100 Schüler als Fahrzeugbegleiter ausgebildet, die beherzt eingreifen, wenn gemobbt, gedrängelt, beschädigt oder gestritten wird. Schulen aus Rheinfelden und Weil wollen sich beteiligen.