Vor allem Tageskarten und Monatskarten für Pendler wurden im Verkehrsverbund stärker verkauft / Insgesamt geringer Zuwachs

Die Fahrgastzahlen und der Fahrscheinverkauf im Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL) ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Gegenüber dem Jahr 2001 stieg die Zahl der Fahrgäste im Jahr 2002 um über 200 000 oder 1,5 Prozent auf 16,8 Millionen Fahrgäste. Die Erlöse stiegen, auch infolge kleiner Tarifanpassungen, um drei Prozent auf knapp 15 Millionen Euro, wovon über zwei Drittel über Monatskarten hereinkamen.

 

Der Öffentliche Nahverkehr hat damit im Landkreis anders als in manchen anderen Verbünden leicht zugelegt. Der Anteil am gesamten Verkehr dürfte aber kaum gestiegen sein, da wegen der anhaltenden Zunahme der Bevölkerung und der Kraftfahrzeugzulassungen allgemein mit einer leichten Zunahme des Verkehrs im Landkreis zu rechnen ist.

 

Die beiden Geschäftsführer des RVL, Frank Bärnighausen und Jürgen Meißner, werten es als Erfolg, dass vor allem der Zeitkartenverkauf und damit die Zahl der Stammkunden zugelegt. Besonders im grenzüberschreitenden Verkehr gibt es deutliche Zuwächse, die darauf hinweisen, dass es Grenzgänger, aber auch Gelegenheitsbesucher der Schweiz sind, die verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. So legte die "RegioCard Plus", die als Monatskarte auch zu Fahrten im Nordwestschweizer Verbund TNW berechtigt, erneut stark um 14 Prozent auf 18 558 Einheiten zu. Auch bei den KombiKarten, mit denen die Grenzzonen der deutschen Nachbarverbünde von Freiburg und Waldshut erschlossen werden, gab es Zuwächse von insgesamt rund sechs Prozent auf fast 15 000 Einheiten.

 

Bei den Monatskarten, die nur im Kreisgebiet gelten, gab es einen starken Anstieg der JobCard für Berufspendler um 26 Prozent, der den Rückgang der normalen Monats-RegioCard mehr als ausglich, so dass insgesamt die Monatskarten innerhalb des RVL-Verbundes um drei Prozent auf 62 566 Karten zulegten, wovon 5250 auf übertragbare Jahreskarten und 13 560 auf die nicht übertragbaren, persönlichen JobCards entfielen. Die JobCard erzielt damit seit ihrer Einführung 1996 Jahr für Jahr zweistellige Zuwachsraten. Der größte Stammkundenkreis sind nach wie vor die Schüler, deren RegioCard um zwei Prozent auf 108 433 Einheiten zulegte und auf die auch die Hälfte der KombiCards entfiel.

 

Das die Fahrgäste bewusst den günstigsten und auch vielseitig nutzbaren Tarif aussuchen zeigt sich auch bei der rasanten Entwicklung bei den Tageskarten. Hier stieg der Verkauf um satte 31 Prozent auf 44 633 Einheiten an. Und das 2001 erstmals angebotene Ticket TriRegio legte sogar um 72 Prozent zu. Mit 4296 Stück beim RVL und insgesamt rund 12 000 Verkäufen im ganzen Dreiland spielt es wirtschaftlich indessen noch keine große Rolle.

Punktekarte auf Rückzug

Der Zuwachs der Monats- und Tageskarten drängte den Absatz der Punktekarte weiter zurück, der um sieben Prozent auf 76 571 Karten zurückging. Auch die normalen Einzelfahrscheine wurden zu rund zwei Prozent weniger verkauft und kamen auf gut 1 324 469 Stück. Da aber neben den Tageskarten auch die Gruppenfahrscheine ab zehn Personen - interessant für Schulklassen oder Wandergruppen - stark nachgefragt wurden, legten alle Einzeltickets um ein Prozent auf 1 596 053 Stück zu.