4,4 Millionen Euro investiert der Kreis 2006 in den Regio Verkehrsverbund Lörrach / Zuschüsse des Landes gehen zurück

4,4 Millionen Euro erhält der Regio Verkehrsverbund Lörrach (RVL) in diesem Jahr Zuschuss vom Landkreis. Davon sind 1,7 Millionen für die Schülerbeförderung vorgesehen. Hinzu kommen Ausgaben in Höhe von 450000 Euro für die Geschäftsstelle, beispielsweise für Werbung.

 

In der jüngsten Verwaltungsausschusssitzung des Kreistags wurden die aktuellen finanziellen Zusammenhänge zwischen dem Landkreis, dem RVL und den Verkehrsunternehmen erläutert. Grund waren Unklarheiten über die Struktur des RVL, die in den jüngsten Haushaltsberatungen aufgetaucht waren.

 

1995 wurde der RVL als einer der ersten fünf Verkehrsverbünde im Land gegründet. Ziel war es, ein einheitliches Tarifsystem einzuführen. Der RVL ist Schaltstelle zwischen dem Landkreis und den Verkehrsunternehmen. Er erarbeitet Fahrpläne, betreut das Liniennetz und ist für die Werbung zuständig.

 

Der Landkreis zahlt jährlich einen Zuschuss an den RVL, den dieser an die Verkehrsunternehmen weitergibt. Dadurch sind die Fahrkarten für die Bürger nicht so teuer, was den Individualverkehr und somit die Umwelt entlasten soll. Der Landkreis hat bislang vom Land jährlich rund eine Million Euro Förderung für den Verkehrsverbund erhalten, seit 2005 gibt es weniger Geld.

 

Der Zuschuss vom Kreis an den RVL betrug ursprünglich 2,6 Millionen plus den Zuschuss für die Schülerbeförderung. Da im Laufe der Jahre die Kosten (und damit auch die benötigten Zuschüsse) stiegen und somit der Kreishaushalt immer mehr belastet wurde, wurde der Zuschuss an den RVL auf dem Niveau des Jahres 2001 eingefroren.

 

Die Zuschüsse des Landkreises gibt der RVL an die Bus- und Bahnunternehmen weiter. Diese können so ihre Fahrten billiger anbieten. 70 Prozent der Einnahmen beispielsweise der Südwestdeutschen Verkehrs AG (SWEG) stammen aus dem Verkauf von Tickets, 30 Prozent von den Zuschüssen des Kreises, berichtete Vorstandsmitglied Johannes Müller im Kreistag. Hauptausgabeposten sei das Personal.

 

Gudrun Heute-Bluhm (CDU) fragte, ob es möglich sei, das System des RVL so zu verändern, "dass es marktwirtschaftlich wird". Johannes Müller bezweifelte dies angesichts der Tatsache, dass die Busse im ländlichen Raum oftmals so gut wie leer fahren würden.